Springe zum Inhalt

Interviews

Freitags um EINS

10 Fragen an Thomas Siener, Harfenist // 15.05.2015

Thomas Siener, Foto © Sylvia Forsten
Thomas Siener, Foto © Sylvia Forsten

1. Was ist Ihre liebste Spielstätte in Berlin?
Die großen alten Kinos.

2. Welche Kulturveranstaltung/Vorstellung haben Sie zuletzt besucht?
Emma und Eginhardt

3. Ihre Lieblingsgestalt auf der Bühne?
In der neuen Ballettaufführung des Staatsballetts: J.S. Bach.

4. Vorstellungstipp für Ihre Großmutter/Mutter oder Ihre Kinder?
Der Kleine Prinz im Planetarium am Insulaner. Wieder ab Herbst 2015.

5. Ihre außergewöhnlichste Erfahrung in Theater, Oper oder Konzert?
Im Februar 2015 im Theater Cottbus anlässlich einer wunderbaren Aufführung von Alcina von Händel: Ich konnte der Konzertmeisterin direkt in die Noten schauen und Ihr engagiertes Spiel verfolgen.

6. Haben Sie einen Geheimtipp?
Lesungen im LCB Berlin/Wannsee

7. Worüber haben Sie im Theater /Oper/Konzert zuletzt herzlich gelacht?
In unserer eigenen Vorstellung „Die Harfe im Moor“, als das Publikum auf unseren Einsatz hin die Augen schließen musste.

8. Worüber haben Sie sich im Theater/Oper/Konzert zuletzt schwarz geärgert?
Für mich ist es immer interessant, auch wenn mal nicht alles klappt.

9. Wo trifft man das interessanteste Publikum?
Zuletzt bei "Moses und Aron" in der Komischen Oper im April 2015.

10. Auf welche Vorstellung freuen Sie sich?
"Ariadne" in der Staatsoper im Juni 2015.

Freitags um EINS - 10 Fragen an Thomas Siener, Harfenist.

1. Was ist Ihre liebste Spielstätte in Berlin?
Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Dorfkirche Mariendorf. Zum 1. Advent werde ich dort mein 3. Konzert mit „Alten Weihnachtsgesängen“ für Sopran und 4 verschiedene Harfen in eigenen Bearbeitungen spielen.

2. Welche Kulturveranstaltung/Vorstellung haben Sie zuletzt besucht?
Zeitgenössische Oper im HBF

3. Ihre Lieblingsgestalt auf der Bühne? Die betrunkene Filmschauspielerin Evelyn de Silva in unserem Krimihörspiel „Der Harfenmörder“ .

4. Vorstellungstipp für Ihre Großmutter/Mutter oder Ihre Kinder?
„Der Kleine Prinz“ nach A. de Saint-Exupéry im Planetarium am Insulaner

5. Ihre außergewöhnlichste Erfahrung in Theater, Oper oder Konzert?
Der Dirigent Günter Wand in seinen letzten Konzerten

6. Haben Sie einen Geheimtipp?
Auch wenn es Eigenwerbung ist: Unser Hörspielkrimi „Der Harfenmörder“.
Es macht unheimlich Spass. Viele kommen sogar mehrmals! Übrigens nächste Vorstellung Ende September bei freiem Eintritt!

7. Worüber haben Sie im Theater/Oper/Konzert zuletzt herzlich gelacht?
Schon wieder! Aus beruflichen Gründen als Detektiv Hempel im „Harfenmörder!“

8. Worüber haben Sie sich im Theater/ Oper/Konzert zuletzt schwarz geärgert?
Über den Kinofilm:“ Portugal mon amour“: Dutzendware aus Frankreich.

9. Wo trifft man das interessanteste Publikum?
Spielt für mich keine Rolle.

10. Auf welche Vorstellung freuen Sie sich?
Auf die Pianistin Martha Argerich demnächst in der Philharmonie.

Okay, dann probiere ich mal die Harfe

Thomas Siener hat Klavier studiert und wollte Cembalist werden. Doch kam es ganz anders

Ob es wirklich an der Großmutter und an der Tante lag, dass Thomas Siener Musik studiert hat, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Aber beeindruckt haben sie ihn als Kind schon. Die Oma, wenn sie auf Hochzeiten das „Ave Maria“ gesungen hat, und die Tante mit der „Königin der Nacht“ aus Mozarts Zauberflöte. Überliefert ist auch, dass er schon als Kind auf dem Klavier Terzen gesucht hat. Mit acht Jahren erhielt er erstmals Klavierunterricht, und mit 17 begann er sein Studium der Musik mit dem Schwerpunkt Klavier in Saarbrücken. Im Lauf der Zeit wurde die Harfe zu seinem Hauptinstrument.

Das war so nicht geplant. Nach Saarbrücken wollte Thomas Siener sein Studium an der Musikhochschule Detmold fortsetzen und sich auf das Cembalo konzentrieren. Doch dann verabschiedete sich der von ihm favorisierte Dozent unerwartet in den Ruhestand. „Okay, dann probiere ich mal die Harfe; das ist ein besonderes und seltenes Instrument“, dachte er sich. Für den Wechsel vom Tasten- zum Zupfinstrument gab es aber noch einen anderen Grund: Sieners damalige Freundin war Harfenistin. Von Detmold ging es weiter zum Pariser Konservatorium „Hector Berlioz“. Hier studierte er als Stipendiat bei Brigitte Sylvestre, einer Meisterschülerin der berühmten französischen Harfenistin Lily Laskine. Nach seiner letzten Ausbildungsstation Stuttgart wurde es 1988 Zeit für den Umzug nach Berlin.

Der Musiker tritt mit seinen Programmen rund um die Harfe solistisch, im Duo und gern in Verbindung mit anderen Künsten wie Malerei und Literatur auf. Im Orchester har er gespielt unter anderem in Berlin mit dem Deutschen Sinfonieorchester und mit den Wiener Sinfonikern. Es reizt ihn aber mehr, seine speziellen Programme vorzustellen. Seine neuste Premiere: Meine Gedichte – Meine Musik. Hier dürfen die Zuhörer durch das Ziehen von Gedichtkarten den Programmablauf bestimmen. Ein besonderes Erlebnis sind auch seine Auftritte in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Vor Originalwerken berühmter Maler wie Rubens oder Rembrandt spielt Thomas Siener die passende Musik auf seiner großen Konzertharfe; ein Kunsthistoriker erläutert die Wirkung der Musik in den Gemälden. Fast schon Kultstatus hat sein mit dem Schauspieler Andreas Schmitz geschriebenes Kriminalhörspiel „Der Harfenmörder“, welches sich immer wieder großer Nachfrage erfreut.

Mit seinem vielfältigen Angebot erreicht der in Neustadt an der Weinstraße geborene Harfenist alle Altersgruppen. Kinder liegen ihm besonders am Herzen. Für die Kleinen hält er gleich sechs Programme bereit. „Manuel, der Junge, der die Sonne weckte“ oder „Märchenkoffer und Zauberharfe“ heißen die musikalischen Theaterprojekte, die er auf die Bühne bringt. Auch „Manuel“ wird demnächst zu erleben sein. „Kinder sind ein dankbares Publikum. Nicht zuletzt deshalb, weil viele von ihnen noch nie eine Harfe gesehen und gehört haben.“

Acht Instrumente

Thomas Siener, der auch Harfe unterrichtet, tritt vorwiegend in Berlin auf. Unter anderem spielte er schon in der Philharmonie, im Französischen Dom, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt oder in der Spandauer Zitadelle. Ihn reizen aber auch die vielen kleineren Veranstaltungsorte wie die Berliner Dorfkirchen oder Museen. Die Berliner Auftritte haben zwei entscheidende Vorteile: keine Übernachtungen und keine aufwendigen „Schwertransporte“ für die schwergewichtigen Instrumente, von denen acht in seinem Musikzimmer stehen. Thomas Siener sieht sich mit seinen verschiedenen Harfen in der Tradition der keltischen Barden, der Minnesänger oder französischen Troubadoure. So lässt er in seinen Solokonzerten neben der im Orchester gespielten großen Konzertharfe auch mittelalterliche Schnarrharfe, Renaissanceharfe, schottische Metallsaitenharfe oder die keltische Harfe erklingen.